Code of Conduct
Gemeinsame Werte und Verantwortung
Präambel
Der Verhaltenskodex versteht sich als Selbstverpflichtung aller Hochschulangehörigen und Gäste, die Würde des Gegenübers zu achten und die Hochschule für Musik Würzburg als ein sicheres, faires, professionelles und angenehmes Umfeld zu gestalten. Damit soll ein gutes Studieren, Lehren, Forschen und Arbeiten auf der Basis gemeinsamer Werte gewährleistet sein und das körperliche und seelische Wohlergehen aller Beteiligten geschützt und erhalten werden. Der Kodex soll das Bewusstsein für ein verantwortungsvolles Miteinander in künstlerischer, pädagogischer, wissenschaftlicher und administrativer Praxis schärfen und lebendig halten. Die Hochschule für Musik Würzburg trägt dafür Sorge, dass alle Hochschulangehörigen diesen Verhaltenskodex kennen und im Hochschulalltag verbindlich leben.
(1) Offenheit und Toleranz
Die Hochschule für Musik Würzburg ist ein Ort, an dem die Freiheit von Kunst, Lehre und Forschung geachtet und gelebt wird. Wir als Hochschulangehörige treten ein für Chancengerechtigkeit, Gleichberechtigung und die Achtung aller Personen unabhängig von Alter, Geschlecht, Status, sozioökonomischer, kultureller oder ethnischer Herkunft, sexueller Identität und Orientierung, Religion, Weltanschauung, Behinderung oder Erkrankung und respektieren unterschiedliche Lebenssituationen und Lebensentwürfe. Die Hochschule ist sichtbar als ein diskriminierungs-, angst-, barriere- und vorurteilsfreier Ort gestaltet. Alle Menschen, ihre individuellen Persönlichkeiten und ihre Bedürfnisse erhalten und genießen Wertschätzung. Diversität, die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen und die Auseinandersetzung mit Anderem und Anderen sind Chancen: Sie sind Quellen für Kreativität, bieten Möglichkeiten für die Entfaltung eigenständiger Persönlichkeiten und befördern die Weiterentwicklung von Kunst, Lehre, Forschung und administrativen Prozessen. Unsere Hochschule hat Vorbildcharakter für innovatives Denken, Nachhaltigkeit, internationale und interkulturelle Zusammenarbeit und die Vernetzung verschiedener Ausbildungsbereiche. Im internationalen Kontext unserer Hochschule sind Anerkennung, Respekt und Verständnis für die Bedeutung und den Ursprung kultureller Elemente und künstlerischer Praxen besonders wichtig. Die sensible und kritische Reflexion ist Voraussetzung für ihre Verwendung oder Nachahmung außerhalb ihres ursprünglichen Kontextes.
(2) Reflektierter Umgang mit Machtstrukturen, Nähe und Distanz
Die besonderen Strukturen und Konstellationen, die sich durch die enge persönliche, pädagogische und künstlerische Zusammenarbeit an einer Musikhochschule ergeben, sind allen Beteiligten bewusst und werden kontinuierlich und selbst-kritisch hinterfragt. Zu einem achtsamen und respektvollen Umgang mit körperlicher und emotionaler Nähe gehört das Wahrnehmen, Erfragen, Kommunizieren und Respektieren persönlicher Grenzen. Um Machtmissbrauch als strukturellem Problem entgegenzuwirken, verpflichten wir als Hochschulangehörige uns, Machtstrukturen und einseitige oder gegenseitige Abhängigkeiten zwischen den unterschiedlichen Statusgruppen und die eigenen Rollen darin wiederkehrend zu reflektieren. Dies betrifft auch mögliche Interessenkonflikte durch Überlagerung mehrerer Rollen oder Ämter. Faire Prüfungs- und Bewertungssituationen werden durch Ausschluss von Befangenheit und durch Transparenz bezüglich der Kriterien und Maßstäbe gewährleisten. Jegliches Feedback soll nachvollziehbar, konstruktiv und wertschätzend kommuniziert werden.
(3) Selbstreflexion und gegenseitiges Verständnis
Die Bereitschaft zur kontinuierlichen Selbstreflexion, zum inhaltlichen Diskurs und zum Verständnis des Handelns und der Beweggründe anderer sind Voraussetzungen für ein gutes Zusammenwirken. Dies betrifft sowohl das direkte eigene Umfeld als auch den Austausch zwischen den Statusgruppen, Arbeits- und Fachbereichen der Hochschule. Ein lösungsorientierter und respektvoller Umgang mit Meinungsverschiedenheiten, unterschiedlichen Standpunkten und Konflikten belässt Probleme auf professioneller Ebene und klärt sie möglichst in direkter Kommunikation.
(4) Konstruktive Zusammenarbeit und wertschätzender Umgang
Wertschätzender Umgang zeichnet sich insbesondere durch respektvolle Kommunikation, Ehrlichkeit, Transparenz, Offenheit, das direkte Ansprechen von Anliegen und die Klarheit von Kommunikationswegen aus. Respekt zeigt sich ebenso im verantwortungsbewussten Umgang mit der Zeit anderer, indem Verabredungen Verbindlichkeit haben und übernommene Aufgaben zuverlässig erledigt werden. Ist Vereinbartes nicht einhaltbar, erfolgt rechtzeitig eine Information an alle Beteiligten. In der persönlichen wie schriftlichen Kommunikation streben alle Hochschulangehörigen eine Sprache und Wortwahl an, die bewusst Ausschlüsse, Diskriminierung und Abwertung vermeidet und alle Angesprochenen mit einbezieht. Alle Mitarbeitenden in Lehre und Verwaltung gewährleisten ein professionelles und förderliches Umfeld zum Austausch und zur Weitergabe von Ideen, Wissen und Können. Ihr Anspruch ist stets, Studierende bestmöglich zu begleiten. Neben wechselseitigem Feedback und Selbstreflexion tragen hierzu auch regelmäßige Evaluation und Weiterbildung bei. Studierende und Lehrende engagieren sich für einen proaktiven Wissenstransfer von beiden Seiten. Alle Hochschulangehörigen tragen gemeinsam Verantwortung für einen gelingenden Ablauf des Studiums und bringen sich aktiv ein. Verantwortliche streben eine gerechte und angemessene Verteilung der Aufgaben an, die in den unterschiedlichen Bereichen von Studium, Lehre, Forschung und Verwaltung anfallen.
(5) Achtung von Eigentum und gemeinsamen Ressourcen
Räumlichkeiten und Ausstattung der Hochschule, persönliche Informationen sowie materielles und geistiges Eigentum anderer werden von allen achtsam und professionell behandelt. Der Einsatz für Nachhaltigkeit und den Schutz der Umwelt ist allen ein Anliegen, denn er dient dem Erhalt unserer Lebens- und Arbeitsgrundlagen.
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