Community Music (CM) bedeutet voraussetzungsoffenes Gruppenmusizieren von „Menschen verschiedener Herkunft, Religion, Bildung, verschiedenen Alters, Geschlechts und Einkommens, mit oder ohne Handikap“ in verschiedenen Einrichtungen und Lebensräumen, wobei die künstlerischen und sozialen Prozesse gleichwertig sind und die Musik als Ausdruck der Gruppe entsteht.[i] CM geht aus von der Lust und dem Recht aller Menschen, sich musikalisch auszudrücken, und folgt den Leitgedanken von „Verbindung – Sich sicher fühlen können – Kreativ sein – Einen Platz haben und willkommen sein – Mitgestalten – Auf Augenhöhe sein – Zufrieden sein mit der Musik und dem Prozess – Seinen Anliegen eine Stimme geben“ (Marion Haak-Schulenburg).
Die Intentionen der CM lassen sich mit den fünf Schlüsselbegriffen Menschen, Orte, Partizipation, Vielfalt, Inklusion zusammenfassen;[ii] und dies ist es, was wir an Hochschulen, die sich künstlerischer und sozialer Exzellenz verpflichtet fühlen, brauchen und was wir im Würzburger Workshop erproben und diskutieren wollen: Praxisvorschläge für ein offenes Musizieren, bei dem gemeinsam Musik erfunden und Regeln des Zusammenspiels entwickelt werden („we make up the rules as we go along“, Wittgenstein), mit dem Ziel, mehr Musik in die Gesellschaft zu tragen und mit Musik Verbindungen zu stiften.
Mögliche Ideen und praxisbewährte Vorschläge voraussetzungsoffenen Musizierens sind:
1. Lieblingsklänge, eigene und andere; 2. Mit-Ein-Ander oder Alle und Eine:r;
3. Wort- und Tongeschenke – word events; 4. Vokalimprovisationen;
5. Atmosphären – Bilder – Graphiken; 6. Die Klangschönheit der Dinge; 7. Lieder und Stücke
Wolfgang Rüdiger, geb. 1957, Studium der Schulmusik (Hauptfächer Klavier und Fagott), Philosophie und Pädagogik in Essen; Künstlerischer Hochschulabschluss Fagott und Promotion Musikwissenschaft in Freiburg; Mitgründer, Fagottist und von 1986 bis 2022 Künstlerischer Leiter des Ensemble Aventure Freiburg, eigene Konzertreihe und internationale Konzerttätigkeit, hunderte von Uraufführungen und Rundfunkproduktionen, Konzeption von und Mitwirkung bei zahlreichen CDs. 1977-1998 Klavier- und Fagottlehrer an den Musikschulen Mönchengladbach und Freiburg sowie 1990-1998 Dozent für Instrumentalpädagogik und Fagott an der Hochschule für Musik Freiburg. 1995/96 Ausbildung zum Atempädagogen nach Parow. 1998-2001 Professor an der Hochschule für Künste Bremen, seit 2001 Professor für Musikpädagogik/künstlerisch-pädagogische Ausbildung an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift Üben & Musizieren, Vorstandsmitglied im INMM Darmstadt und Autor zahlreicher Aufsätze und Bücher zu Themen wie Musik und Körper, Ensemblespiel & Improvisation, neue Musik, Musikvermittlung, Community Music.
[1] Hill, Burkhard: „Community Music als musikalisches und soziales ‚Projekt‘“, in: Diskussion Musikpädagogik, 2020, Heft 87, S. 45-50, hier S. 46.
[1] Higgins, Lee: „Community Music verstehen – Theorie und Praxis“, in: Hill, Burkhard/Bánffy-Hall, Alicia de (Hg.): Community Music. Beiträge zur Theorie und Praxis aus internationaler und deutscher Perspektive, Münster; New York 2017, S. 45-61, hier S. 46f.
